Prätentiöser Gehalt der Kultur

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An Tagen mit ganz besonders schlechter Laune und kritischer Stimmung, frage ich mich ernsthaft, worin denn der Gehalt der Kultur wirklich liegt. Ich meine, manchmal ist es doch wirklich egal, ob ich mir nun einen Serien- und Spielfilmüberblick (Hörzu) hole, oder ob ich mir das kommende Theaterprogramm reinziehe, denn vom Niveau gibt es manchmal gar nicht so große Unterschiede. Auch habe ich bei einigen Besuchern auch den Eindruck, dass ihnen der Besuch einer Oper, einer Theatervorstellung oder einer Lesung lediglich zur Steigerung ihres sozioökonomischen Status dient. Schaut her! Ich weiß was gute Unterhaltung ist! Ich weiß was Anspruch und intellektueller Spaß ist! Außerdem bin ich unfassbar kritisch und treibe mich nur in elitären Kreisen herum! Das ist doch kein sympathisches Verhalten. Ganz im Gegenteil: Eher wirkt es arrogant und abschreckend und vor allem hat das rein gar nichts mehr mit der Aufführung an sich zu tun. So wird der Besuch einer gut inszenierten Veranstaltung schnell zu einem sehen und gesehen werden, zu einer Selbstinszenierung. Ganz ehrlich, da kann ich mir dann auch wirklich das Fernsehprogramm reinziehen und mir eine Übertragung auf Arte anschauen. Da muss ich dann wenigstens nicht dieses prätentiöse

Was bringt mir das Theater?

Das war noch unterhaltsames Theater, Josephine Baker doing the Charleston. Und die Kostüme, bis heute unvergessen ;) (public domain)

Schon als Junge war ich natürlich

1. vom Bühnenbild begeistert. Das war, auch wenn ich mit den Stücken inhaltlich oft ÜBERHAUPT NIX anfangen konnte, doch immer ein Highlight

2. Die Kostüme. Als Junge hab ich das mehr “gespürt” als gewusst, als Heranwachsender nicht zugegeben und inzwischen stehe ich ganz selbstbewusst dazu, dass ich es gut finde, wenn jemand gut gekleidet ist und hole mir auch Anregungen. Bei luxus.welt.de gibt es übrigens auch super Fashion Tipps/Anregungen, da hat man manchmal den Eindruck, die Theater bedienen sich auch auf solchen Seiten und nicht umgekehrt.

3. Die Stimmung. Theater kann einen, je nach Stück, Stimmung und Atmosphäre echt runter- oder raufbringen. Oft verstärkt sich die Stimmung in der man gerade ist, also Vorsicht! Und es ist wirklich erstaunlich, dass je nachdem in welcher Stimmung man ist, man ein Stück völlig anders wahrnimmt. Ich glaube ich befrage dazu mal ein paar Theaterleute, wie die das eigentlich wahrnehmen und ob es sowas wie kollektive schlechte Stimmung gibt, die den ganzen Abend versaut und welche Theorien die dazu haben, wo das herkommt. Mond? Karma?

Theater für jeden?

Also meine Kernthese ist ja, dass dieses Gewese um Theater ein Distinktionsmerkmal der Herrschenden Klasse ist und das Prekariat

STOPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPP!!

Genau diese Gelaber prangere ich an! Da kommt eine 12 oder 14 Jährige Helene Hegemann und labert dieses Fremdwörter Zeug nach und jeder ist beeindruckt davon wie sie mit Diskurs um sich schmeißt.

Diskurs my ass

Und im Endeffekt geht es nur um eine Show, um Gefühle, die eigentlich bei jedem erzeugt werden können und sollten und wenn “das Theater” nicht so selbstreferentiell abgehoben wäre würde man damit auch alle Menschen erreichen können, das war doch mal ursprünglich der Sinn des ganzen Theaters und jetzt ist es zu so einem abgehobenen Insiderscheiss für die Bildungsbürger geworden, die andaeurnd Angst vor dem sozialen Abstieg haben (immerhin mal ein lebensnäheres Thema, das man dann gleich verwursten kann)

Und das auch noch subventioniert bis zum Anschlag!